Ist der Werkstattlohn gerecht?

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Interview mit Matthias Rösch

Diese Woche waren meine Chefin Frau Schneider und ich bei Herrn Rösch, dem Landesbeauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen von Rheinland-Pfalz. Er ist der Meinung, dass eine Werkstatt nicht dann inklusiv ist, wenn dort Mindestlohn gezahlt wird, sondern erst, wenn Menschen mit und ohne Behinderung auf dem inklusiven Arbeitsmarkt zusammenarbeiten können. Sein Vorschlag ist deshalb: Die Betriebe, die eine Anrechnung von Werkstattaufträgen auf ihre Ausgleichsabgabe anrechnen wollen, müssen mit den Inklusionsbetrieben und Werkstätten zusammenarbeiten und selbst Praktika und Arbeitsplätze anbieten, denn es ist ab einer bestimmten Betriebsgröße verpflichtend, Menschen mit Behinderung zu beschäftigen. Die Grünen-Politikerin Katrin Langensiepen ist der Meinung, dass das System der Werkstätten für Menschen mit Behinderung hinterfragt werden muss. Längerfristig müsse man sich davon verabschieden, da es mit der UN-Behindertenrechtskonvention nicht in Einklang stünde.

Frau Langensiepen sagt: „Die Integration von Menschen mit Behinderung ist auf dem europäischen Arbeitsmarkt sehr schlecht. Es gibt kaum Teilhabe, und die UN-Staaten erfüllen nicht das, was in der Behindertenrechtskonvention steht.“ Aus diesem Grund fordert sie ein „Auslaufenlassen der Werkstätten“ hin zu Inklusionsfirmen, wo auch ein Mindestlohn gezahlt wird. Die EU-Politikerin ist der Meinung, dass Chancengleichheit statt Isolation für Menschen mit Behinderung der bessere Weg sei, denn der Sprung aus der Werkstatt in ein Unternehmen auf den ersten Arbeitsmarkt ist schier unmöglich, was bedeutet: einmal Werkstatt, immer Werkstatt.“(1) Die menschliche und strukturelle Isolation und Abschottung stellt für sie das größte Problem dar.

Herr Rösch ist der Meinung, dass die gpe als einer der innovativsten Betriebe aus dem Bereich der Werkstätten ist, was die Öffnung zu einem inklusiven Arbeitsmarkt angeht. Dem kann ich als gpe-Mitarbeiter nur zustimmen, denn hier bekommt man seine Chancen und es wird ermittelt, was zu der jeweiligen Person am besten passt.

(1) https://www.youtube.com/watch?v=hyYtVGK3yDk am 29.9.2021

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Warnstufen mit 7-Tages-Inzidenzen für Mainz und den Landkreis Mainz-Bingen

Viele Regelungen des Landes Rheinland-Pfalz orientieren sich an den drei Leitindikatoren; diese sind aktuell wie folgt:

 

für die Stadt Mainz:

7-Tages-Inzidenz: 259,1

7-Tages-Hospitalisierungsinzidenz: 4,21

Anteil COVID-19-Erkrankter an Intensivkapazität: 7,39 %

Derzeit gilt für die Stadt Mainz Warnstufe 2

für den Landkreis Mainz-Bingen:

7-Tages-Inzidenz: 239,5

7-Tages-Hospitalisierungsinzidenz: 4,21

Anteil COVID-19-Erkrankter an Intensivkapazität: 7,39 %

Derzeit gilt für den Landkreis Mainz-Bingen Warnstufe 2

 

Stand: 02.12..2021; Quelle: Meldedaten Coronavirus Landesuntersuchungsamt (rlp.de)